
Jardín de Experiencias
2019
Der „Garten der Erfahrungen“ fand seinen Initiationsmoment während der Bienal de la Habana 2019. Er ist Teil des Workshop- und Ausstellungsortes La Casona im Stadtteil Vedado. Ursprüng-lich angelegt als eine Art kleiner Barockgarten und in vielen letzten Jahrzehnten verwildert und ungenutzt entsteht mit der Unterstützung vieler Hände ein Nutzgarten. Im (Wissens)Aus-tausch wächst dieser Garten nun, das gemeinsame Lernen und Zusammenarbeiten sind zentrale Prinzipien. Aufgrund der Lage direkt an der Línea ist der Garten für die Öffentlichkeit sichtbar und der Prozess der Rekultivierung kann begleitet werden, auch weil die Casona ein offener Kulturort ist. Bereits während der ersten Arbeitseinsätze entwickelten sich „Zaunge-spräche“ und neu-gierige Blicke besahen das entstehende Projekt. Gerade die im Alltag für den Großteil der Kubanerinnen immer präsente Mangelversorgung, besonders auch an frischen Nahrungsmitteln, kann durch kollektiv verwaltete Selbstversorgungsprojekte zumindest ein Stück weit unter-stützend wirken. Voraussetzung dafür ist, dass der Wert von brachliegenden Flächen erkannt wird und die Bereitschaft zur (Eigen)Verantwortung übernommen wird. Durch äußerst günstige klima-tische Bedingungen finden sich in Kuba gute Grundvoraussetzungungen für das urbane Gärtnern und durch bestehende Organopónicos existiert bereits eine Basisstruktur, die zwar zum Großteil für die Gemüseproduktion in größeren Mengen zuständig sind, aber auch Pflanzen und Wissen teilen. Der Garten kann damit als fruchtbarer Ort für Pflanzen, Austausch und Wissen fungieren und für eine aufmerksame Mensch-Natur-Beziehung sensibilisieren. Er kann als Begegnungs- und Experimentierort für diverse (Alters)Gruppen ein Zeichen für Vielfalt, Bewusstheit und Initiative setzen. Der Jardín de Experiencias funktioniert als obra en processo infínito.
