

Parada
Metallplakette, Röhren, Acrylfarbe
2019
Der Zustand des Wartens ist auf Kuba in diversen Situationen und an vielen Orten permanent präsent. Er bestimmt den Alltag und verschiebt zeitliche Gefüge. In Gesprächen auf der Insel habe ich versucht diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, habe Redewendungen gesammelt, Orte bestimmt und versucht herauszufinden mit welcher Haltung das Warten wahrgenommen und auch ertragen wird. Interessant dabei war besonders auch der andere, „westliche“ Blick auf das Warten, welcher mit dem Zustand ganz anders umzugehen vermag.
Für die Arbeit Parada habe ich eine typische Alltagssituation des Wartens übernommen: die Haltestelle. Sozialer Treffpunkt und Ort des täglichen Stehens in der Hitze, im Regen und ohne jemals ganz genau zu wissen, wann denn der Bus tatsächlich kommt. Diese Unbestimmbarkeit des Wartens habe ich aufgegriffen und in dem Satz „Espera hasta que sepas qué estás esperando“ zum Ausdruck gebracht. Die formale Gestaltung lehnt sich an die in Havanna zu findenden Bushaltestellen an. Sowohl die Installation der Haltestelle, als auch die auf ihr notierte mehrdeutige Formulierung laden zum Warten und Nachdenken ein.
